Im Rahmen des Projektes reflektieren polnische und deutsche Jugendliche in zwei Begegnungen historisch-politische Zusammenhänge, analysieren die mediale Propaganda des Dritten Reiches und schauen sich auf den Straßen im heutigen Stadtbild und im Internet nach den kodierten Anfeindungen und Meinungsäußerungen um. Als Ergebnis dokumentieren die Jugendlichen ihre Erlebnisse und Erkenntnisse in Form von Kurzfilmen bzw. Fotostrecken, die auf dem Blog de von Europeans for Peace veröffentlcht und diskutiert werden.
Das Hauptthema der Begegnungen sollte die Ausgrenzung, Brandmarkung und Stigmatisierung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und Minderheiten in den unterschiedlichen Gesellschaftssystemen sein mittels verschiedener, dem Zeitgeist entsprechender Medien.
Ein Teil der inhaltlichen Arbeit beschäftigte sich mit der Darstellung der in der Staatsdoktrin des nationalsozialistischen Deutschlands so genannten „Volksfeinde“ im öffentlichen Raum. Sie setzten sich zum einen mit der Ästhetik der Bilder und den übermittelten Informationen kritisch auseinander, zum anderen wurde die Zeit der Nationalstaatenbildung und des dabei bereits entstehenden Antisemitismus und Revanchismus betrachtet und in den politisch-historischen Kontext gesetzt. Der andere Teil der inhaltlichen Bearbeitung der Thematik widmete sich den gegenwärtigen Verwendungen und damit der Repoduktion von Stigmata sowie den modernen Verbreitungsmöglichkeiten von Anfeindungen und Herabsetzung von Bevölkerungsgruppen.
Die jugendlichen Teilnehmenden sollten freie Filmportale wie youtube, myvideo, clipfish usw. nach diskriminierenden, verfemenden Inhalten durchsuchen und auch hier die Bildsprache analysieren und reflektieren. Dabei sollten solche selbst regulierenden Portale wie youtube genauer betrachtet und die „User-Kontrolle“ auf ihr demokratisches Potenzial und ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Außerdem ging es darum, sich auf die Straßen zu begeben und sich die dortigen „Veröffentlichungen“ in Form von Graffitis und Tags anzuschauen und zu entkodieren. Dies sollte von den jungen Deutschen und Polen mit der Kamera und dem Fotoapparat dokumentiert und kommentiert werden.
Damit sollten die historischen Zeugnisse den modernen Formen der „Feind-Bildung“ gegenüber gestellt werden unter gleichzeitiger Refelxion der Mechanismen der Manipulation von Menschen durch (menschgemachte) Medien.
Die gemeinsam erstellten Kurzfilme bzw. Fotodokumentationen sollten auf einem gruppeneigenen Blog eingestellt sowie auf youtube und auch dort kommentiert und diskutiert werden. Beide Medien sollten die zwischen den beiden Begegnungen entstehende zeitliche Pause virtuell überbrücken und die Jugendlichen am Thema halten.
erstellt und ©: 11/99, HochDrei e.V.
zuletzt aktualisiert: 02/2012